585.000 Tonnen Müll können eine enorme Belastung für eine Metropole wie London sein. Oder auch nicht: Eine 80-Megawatt-Dampfturbine von MAN gewinnt im Südosten von London aus diesem Abfall elektrische Energie. So versorgen wir rund 66.000 Haushalte – und öffentliche Gebäude. Da soll noch mal einer sagen, Müll sei wertlos.
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Die neue Müllverbrennungsanlage Riverside direkt an der Themse im südöstlichen Stadtteil Belvedere ist ein Eckpfeiler der Energie- und Umweltpolitik der Londoner Stadtregierung. Bürgermeister Boris Johnson hat im Mai 2010 auf der Umweltkonferenz in Seoul ein ehrgeiziges Ziel formuliert: „Wir wollen die Olympischen Spiele im Sommer 2012 nutzen, um die sauberste und grünste Stadt der Welt zu werden.“ Dazu will London die klimaschädigenden Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2025 um 60 Prozent senken.
Im Londoner Riverside-Projekt werden aus den energiereichen Teilen des Mülls – wie Papier, Kunststoffe, Textilien oder Hölzer – Strom und Wärme erzeugt. Die Dampfturbine von MAN Diesel & Turbo aus Oberhausen wandelt die Energie von drei Verbrennungslinien um, die zusammen knapp 100 Tonnen Abfall pro Stunde verwerten.
„Mit einer Leistung von 80 Megawatt ist das bislang in Großbritannien unsere größte Turbine im Waste-to-Energy-Segment“, sagt Holger Kube, Vertriebsleiter für Dampfturbinen. Der Begriff „Waste-to-Energy“ – wörtlich „Müll zu Energie“ – hat sich für die Nutzung von Siedlungsabfällen zur Gewinnung von Strom und Wärme durchgesetzt.
Mit diesem Projekt leistet MAN einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Denn bislang werden 72 Prozent des Hausmülls in Großbritannien auf Müllkippen verbracht. Das Problem: Von Deponien entweichen unkontrolliert Deponiegase – darunter Methan, mit einer bis zu 25-fach stärkeren schädlichen Treibhauswirkung als Kohlendioxid. Bei der Verbrennung in der neuen Anlage im Londoner Stadtteil Belvedere entsteht kein Methan, und andere Emissionen werden sauber herausgefiltert.
Riverside ist damit auf dem besten Wege, ein Vorzeigeprojekt der Abfallwirtschaft auf den Britischen Inseln zu werden. Schon heute ist der elektrische Wirkungsgrad der Anlage mit 27 Prozent europaweit ein Rekord.
„Wenn künftig, wie geplant, noch Fernwärme für die Beheizung von Wohnungen und Gebäuden ausgekoppelt wird, kann der Wirkungsgrad der Anlage bei der Brennstoffausnutzung noch erheblich gesteigert werden und liegt dann im Vergleich über dem Wirkungsgrad moderner Kohlekraftwerke“, prognostiziert Holger Kube.
Nur ein Beispiel, wie Technologie von MAN schon heute für eine bessere Zukunft sorgt.
MAN. Engineering the Future – since 1758.