Hochebene von Guadix in Südspanien: Hier scheint die Sonne 3.000 Stunden im Jahr. Beste Voraussetzungen also für den größten solarthermischen Kraftwerkskomplex der Welt: Andasol 1 bis 3 – mit über 600.000 Parabolspiegeln auf einer Fläche von 200 Fußballfeldern. Das Herzstück von Andasol 3, dem modernsten Parabolrinnen-Kraftwerk, ist dabei eine perfekt abgestimmte 160-Tonnen-MAN-Dampfturbine. So wird aus der glühenden Sonne 150 Megawatt Strom erzeugt. Das reicht für eine halbe Million Menschen. Und ihre Klimaanlagen.
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Der Standort des solarthermischen Kraftwerks Andasol 3 in der Nähe der südspanischen Stadt Granada ist geradezu ideal: Auf 1.100 m Höhe scheint die Sonne rund 3.000 Stunden im Jahr, und das neue Kraftwerk kann mit dieser Sonnenenergie bis zu 200.000 Menschen mit Strom versorgen.
Andasol 3 ist ein Parabolrinnen-Kraftwerk: Kernelement ist das Solarfeld, das Dampf für konventionelle Dampfturbinen liefert. Es besteht aus vielen parallel in Nord-Süd-Richtung angeordneten Reihen von Solarkollektoren. Mehr als 204.000 Spiegel ergeben eine Kollektorfläche von gut 497.000 m2. Die Reflektoren bestehen aus parabolisch geformten Spiegeln aus vier Millimeter dickem, silberbeschichtetem, gebogenem Weißglas. Im Lauf des Tages werden sie dem Sonnenstand folgend von Osten nach Westen nachgeführt.
Die Kollektorspiegel konzentrieren die einfallende solare Strahlung 80-fach auf ein in der Kollektor-Brennlinie angeordnetes Absorberrohr, insgesamt 21.888 Rohre von je 4 m Länge. Innerhalb des Absorberrohrs zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf ein temperaturbeständiges synthetisches Öl, das auf bis zu 400 Grad Celsius erhitzt und zu einem zentral gelegenen Kraftwerksblock gepumpt wird, wo es durch Wärmetauscher fließt. Der im Wärmetauscher erzeugte Dampf treibt dann über eine MAN-Turbo-Dampfturbine den Generator an, der den elektrischen Strom liefert.
Die Hochdruck- und die Niederdruckturbine für den Einsatz im Solarkraftwerk Andasol 3 stammen von MAN Diesel & Turbo in Oberhausen – Ergebnis der langjährigen Kompetenz beim Bau kompletter Turbomaschinenstränge.
Die Maße der Turbine sind beeindruckend: acht Meter lang, vier Meter breit, knapp fünf Meter hoch, stattliche 160 Tonnen schwer – und ausgelegt auf eine Leistung von 50 Megawatt. Der zweigehäusige Maschinenstrang wurde speziell für den Solarkrafteinsatz in Spanien optimiert. Mit deutlich erhöhtem Wirkungsgrad: Das Solarfeld liefert einen Spitzenwirkungsgrad von ca. 70 Prozent (ca. 50 Prozent im Jahresmittel), der Wirkungsgrad der Gesamtanlage liegt bei 28 Prozent in der Spitze und ca. 15 Prozent im Jahresmittel – umweltfreundliche Energie, die ansonsten nicht genutzt werden könnte.
Das Besondere an Andasol: Es liefert Energie auch nachts oder wenn einige Stunden keine Sonne scheint, denn ein Teil der thermischen Energie wird in riesigen Tanks mit flüssigem Salz zwischengelagert. Dazu wird eine Mischung aus rund 28.500 Tonnen Kalium-Natrium-Nitratsalzen tagsüber bei Sonnenschein erhitzt und kann nachts oder bei Bewölkung die für den Kraftwerksbetrieb benötigte Wärme bereitstellen. Dazu nimmt das Flüssigsalzgemisch mit einer Ausgangstemperatur von ca. 290 Grad Celsius zusätzliche Wärme auf, so dass es auf ca. 390 Grad Celsius erhitzt wird. Für die Speicherung existieren zwei Tanks pro Kraftwerk, die dem Prinzip einer Thermoskanne ähneln und das Salz über mehrere Wochen hinweg warm halten können. Ein voller Salzspeicher kann die Kraftwerksturbine etwa 7,5 Stunden betreiben. Damit wird die Stromerzeugung planbar, der Strom kann gleichmäßig zur Verfügung gestellt werden – in den Sommermonaten ist ein nahezu 24-stündiger Betrieb der Kraftwerke möglich.
Die Bedeutung von Andasol wurde sogar vom Europäischen Parlament gewürdigt: Schon 2008 erhielt das Großprojekt den „Energy Globe Award“. Der weltweit renommierte Umweltpreis honoriert den innovativen Charakter der Projekte und den großen Beitrag zum Klimaschutz.
Dabei ist Andasol 3 nur ein Beispiel für die wegweisenden Möglichkeiten, die Technologie von MAN in Sachen Energie und Umweltschutz nutzbar machen kann.
MAN. Engineering the Future – since 1758.