Die Rechnung ist einfach: Je größer der Motor, desto größer das Schiff. Und desto mehr Fracht kann pro Fahrt transportiert werden. Das Resultat: weniger Fahrten und weniger Emissionen. Deshalb baut MAN immer leistungsfähigere Schiffsmotoren. Die 100.000-PS-Marke haben die MAN-Ingenieure schon geknackt. Die elektronisch gesteuerten Schiffsdiesel von MAN sind extrem leistungsfähig und produzieren gleichzeitig immer weniger CO2. Das bringt den Umweltschutz voran und macht den Handel effizienter.
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Gut 3,7 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes gehen auf das Konto des Schiffsverkehrs, das sind 1,2 Milliarden Tonnen – etwa so viel wie im Luftverkehr. Und obwohl ein modernes Containerschiff so viel befördern kann wie 10.000 Lkw, sind Schiffe auch für rund 10 Prozent des weltweiten Schwefeldioxid- und ein Viertel des Stickoxidausstoßes verantwortlich. Insgesamt emittiert die globale Schifffahrt jährlich 900.000 Tonnen Schwebstoffe – ungefähr halb so viel wie der gesamte Straßenverkehr. Rund 95 Prozent des weltweiten Güterferntransports findet auf Schiffen statt. Etwa 100.000 Schiffe unterschiedlicher Typen verbrauchen dafür rund 400 Millionen Tonnen Kraftstoff – und stoßen dabei große Mengen an Schadstoffen aus.
Gewaltige Zahlen, die eines deutlich machen: Die technischen Innovationen, die MAN Diesel bei Schiffsmotoren vorantreibt, haben eine große Bedeutung für den Klimaschutz. Denn gerade auch bei den Schiffsmotoren setzt die MAN Gruppe alles daran, Kraftstoffverbrauch und Abgase zu reduzieren.
Schiffsdiesel weisen im täglichen Betrieb bei Schwefeldioxid, Stickoxid und Partikeln höhere spezifische Emissionen auf als Lkw-Diesel – denn Schiffsdiesel fahren aus Kostengründen mit billigerem Schweröl statt mit gereinigtem Diesel. Hier entwickelt MAN Diesel Technologien, die auch in schwierigen Ausgangssituationen positive Effekte erzielen.
Ein Maßnahmenpaket mit großer Wirkung ist die Abgasrückführung (AGR), das Ingenieure von MAN Diesel in enger Zusammenarbeit mit der dänischen Reederei A.P. Moller-Maersk entwickeln. Das Ziel: Bei einer Abgasrückführung von nur 20 Prozent wird der Ausstoß von Stickoxiden um 50 Prozent reduziert.
Die Zusammenarbeit zwischen MAN Diesel und der dänischen Reederei Moller-Maersk ist Teil der dänischen Meeresinitiative „Green Ship of the Future“ (Das grüne Schiff der Zukunft), um den Kraftstoffverbrauch von Schiffsmotoren und damit den CO2-Ausstoß um 30 Prozent sowie die Emission von Schwefel- und Stickoxiden langfristig um 90 Prozent zu senken. Zu dieser Initiative gehören auch Odense Steel Shipyard, Aalborg Industries und knapp ein Dutzend weiterer Partner – Reedereien, Zulieferbetriebe und dänische Universitäten, darunter die Technische Universität Dänemark. „Green Ship of the Future“ ist bereits von der Organisation Sustainable Shipping mit dem International Environmental Award für die umweltfreundlichste Transportinitiative ausgezeichnet worden.
Darüber hinaus entwickelt MAN Diesel auch so bewährte Konzepte wie den Turbolader bei Schiffsmotoren weiter. Ein Durchbruch gelang den Ingenieuren mit der „Variable Turbine Area“ (VTA): Durch drehzahlabhängig verstellbare Schaufelräder im Turbolader sinken Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß – die Folge ist eine Optimierung über den gesamten Betriebsbereich, indem die Zufuhr von Luft und Brennstoff präzise an die Belastung des Motors angepasst wird.
Ein weiterer Bereich der MAN Diesel-Entwicklung ist die Common-Rail-Technik: Sie steht nicht nur im Automobilbau, sondern auch bei Schiffsmotoren für starke Leistung bei niedrigeren Verbrauchswerten. Aufgrund überragender Technologie und Leistung sicherte sich MAN Diesel einen Großauftrag von der Schweizer Allseas Group S.A. über neun Großdieselmotoren mit Common-Rail-Technik und einer Gesamtleistung von knapp 95 MW. Sie werden ab 2010 das dann größte Schiff der Welt antreiben, die „Pieter Schelte“. Dieses Spezialschiff für den Bau von Bohrinseln auf hoher See hat einen Doppelrumpf, ist 360 Meter lang und 117 Meter breit. Die Lastkräne verfügen über eine Hebekapazität von 48.000 Tonnen – Weltrekord. Die neun MAN-Dieselmotoren decken dann den immensen Energiebedarf dieses schwimmenden Spezialriesen. Die technischen Daten sind enorm: Acht V-Motoren mit jeweils 20 Zylindern, hinzu kommt ein 9-Zylinder-Reihenmotor. Insgesamt 169 Zylinder liefern eine Leistung von je 560 kW.
MAN Diesel arbeitet also in vielen Bereichen an der Entwicklung neuer Motorentechnologien, um den Schiffsverkehr leistungsfähiger, effizienter und umweltverträglicher zu machen. Nur ein Beispiel, wie Technologie von MAN die Welt bewegt.
MAN. Engineering the Future – since 1758.